Interview mit Joi Hoffmann

Mit dem ersten Testdummy der PINDUNG® im Gespräch

Geboren und aufgewachsen in Innsbruck, stand Johannes "Joi" Hoffmann im Alter von 4 Jahren das erste Mal auf Skiern.

Anfangs eher wenig begeistert. Erst richtig geweckt wurde sein Interesse für das Skifahren und seine spätere Leidenschaft für das Filmemachen durch den Skifilm Ski Movie 1 von MSPFilms. Es folgten zahlreiche Big Mountain und Freeride Competitions sowie Sponsorenverträge mit Arc’teryx, LIEBLING Ski (ehemals Mountain Wave), Dale Boots und Alpina. Heute ist Joi Mitbegründer von Whiteroom Productions, einer unabhängigen Video- und Filmproduktion aus Innsbruck mit dem Hauptfokus auf Skifahren. Bei B.A.M. spielt Joi ebenfalls eine sehr wichtige Rolle: Er ist der erste Testdummy der PINDUNG® und mitverantwortlich für alle visuelle Auftritte von B.A.M..

Joi Hoffmann | picture © BAM / Jakob Schweighofer Photographs

Servus Joi, wie geht’s dir? Was treibst du gerade?

Servus! Soweit geht’s mir ganz gut. Versuche gerade etwas weniger Zeit im Büro zu verbringen und mich körperlich auf den kommenden Winter vorzubereiten.

 Gute Idee. Was denkst du, auf wie viele Skitage im Jahr kommst du?

Vor ein paar Jahren waren es immer so um die 100 Tage. Mittlerweile ist es schon weniger geworden. Einerseits natürlich wegen der Arbeit, andererseits auch wegen den viele Skitrips, die ich in den letzten Jahren so unternommen habe. Wir waren dieses Jahr drei Wochen in Richtung Albanien unterwegs und davon bin ich zweieinhalb Tage auf den Skiern gestanden. Aber ich denke auf 60 - 70 Tage im Jahr komm’ ich schon noch. 

Immer noch eine Menge! Bist du lieber auf ausgedehnter Skitour unterwegs oder bevorzugst du viele Off-Piste-Runs an einem Tag?

 Hängt ganz vom Schnee ab. Bei einem Meter Neuschnee hab’ ich nicht unbedingt Lust mich im Wald irgendwo den Berg hinauf zu quälen. Da will ich am besten einen Run nach dem anderen machen und das mit so wenig Aufstieg wie möglich. Wenn’s mal eine längere sonnige Phase hat, dann geh’ ich viel lieber Skitouren, auf denen ich alleine mit Freunden unterwegs bin und die Berge in Ruhe entdecken und genießen kann.

Mit Whiteroom Productions betreibst du deine eigene kleine Filmproduktion. Einige neue, visuelle Projekte in der Pipeline?

Projekte haben wir genug. Wir haben uns allerdings abgewöhnt, diese auf irgendeine Art und Weise vorab öffentlich preiszugeben. Ansonsten passiert es wieder, dass wir ein Inselprojekt im hintersten Kamchatka geplant haben, welches zu uns bekannten Skifahrern durchgesickert ist, die es dann auch noch dreister Weise zu ihrem Projekt gemacht haben. 

Oha. Das ist mies, wenn einem die eigene Idee weggeschnappt wird. Anderes Thema: Habt ihr euch rein auf Skifilme spezialisiert oder produziert ihr auch noch anderen Video-Content?

Wir haben mit Skifilmen gestartet und werden sicherlich weiterhin noch Skifilme machen. Allerdings haben wir seit diesem Jahr auch mit anderen Projekten fernab des Skisports zu tun. Wir machen mittlerweile alles, was mit Film und Video zu tun hat: Von Imageclips bis hin zu großen Werbetrailern.

Wer gehört alles zum Team von Whiteroom Productions?

Simon Platzer, Jakob Schweighofer und ich. Simon kommt ursprünglich aus der Skateboard-Szenen und Jakob ist professioneller Bergführer und Alpinismus ist sein Steckenpferd. Ich glaube, durch genau diese bunte Vielfalt und die individuellen Einflüsse können wir uns in allen Bereichen ziemlich gut ergänzen.

Du bist Teil des B.A.M.-Tribes. Was genau ist deine Aufgabe bei B.A.M.?

Als Athlet bin ich bei B.A.M. sehr stark in der Produktentwicklung und -optimierung involviert. Konkret heißt das, dass ich Produkte wie beispielsweise Bambams Skier oder seine PINDUNG® über einen gewissen Zeitraum teste und mich dann mit Bambam intensiv über die Stärken und Schwächen austausche. Außerdem philosophiere ich des Öfteren mit Bambam über die Namensgebung von neuen Produkten ;-).

Wie und wann hast du den Bambam kennen gelernt? 

Ich habe Bambam vor einigen Jahren über Skylotec kennengelernt. Irgendwann hat er mir mal gebeichtet, dass ihm im Büro langweilig gewesen wäre und er dann zufällig meine Sponsoring-Anfrage aus dem Papierkorb gefischt und anschließend mein Video angesehen hätte. Daraufhin hat er bei seinem damaligen Chef angeklingelt und mich für ein persönliches Gespräch nach München bestellt. Seitdem bin ich auf seinen Skiern unterwegs und ab dieser Wintersaison fahre ich endlich mit seiner genialen Idee namens PINDUNG®.

Was waren deine Gedanken, als dir der Bambam das erste Mal von seiner Idee, also dieser innovativen Bindungskonstruktion erzählt hat?

Der Bambam hatte mir schon vor ein paar Jahren von seiner Bindungsidee erzählt, aber ich konnte mir damals noch nicht wirklich was drunter vorstellen. Die Bindungskonstruktion ist dann für einige Zeit aus unseren Gesprächen verschwunden, quasi im Sand verlaufen. Von einem Tag auf den anderen kam er plötzlich mit der ersten konkreten Zeichnung der PINDUNG® zu mir und erklärte mir diese Bindungskonstruktion aufs Neue. In dem Moment machte sein Hirngespinnst von damals auf einmal Sinn und ich hab’ mir nur gedacht: Wie GENIAL!

Was denkst du persönlich über die PINDUNG®? Was sind die Potentiale aber auch mögliche Schwächen dieser Bindungskonstruktion?

Wie schon gesagt, ich finde die PINDUNG® genial! Die Potentiale liegen ganz klar darin, dass ich gegenüber einer gehfähigen Rahmenbindung viel weniger Gewicht den Berg hinaufziehen muss und mich trotzdem auf die Sicherheit einer Alpinbindung verlassen kann. Zudem stehe ich viel niedriger, was in einer präziseren Kraftübertragung resultiert. Außerdem bleibt die Biegelinie des Skis durch die nicht verbundenen Bindungskomponenten (Vorder- und Hinterbacken) erhalten. Wenn man so will, könnte man die PINDUNG® auch mit einem Z-Wert von 30 bauen. Ich kann’s nur nochmals sagen, das ist genial! Ich glaube, dass man bei der PINDUNG® so gut wie keine Schwächen finden wird. Was ich mir allerdings vorstellen könnte ist, dass viele Leute weiterhin eine Rahmenbindung fahren wollen, da sie harte Rennstiefel bevorzugen. Bis jetzt gibt es noch nicht viele Skischuhe mit Pin-Inserts, die so hart sind wie ein Rennstiefel. Die Lösung besteht entweder darin, dass die Leute selbst drauf kommen, dass es nicht notwendig ist so steife Schuhe zu fahren oder die Schuhhersteller ihre Tourenskischuhe weiterentwickeln.

 Wie lauten deine Ansprüche an die PINDUNG®?

Top Performance beim Aufstieg, top Performance bei der Abfahrt. Und das, ohne auf den Aspekt Sicherheit verzichten zu müssen!

Wie hat sich die erste Jungfern-Fahrt mit der PINDUNG® angefühlt?

Wir haben bei richtig schlechter Sicht und im bockharten, steilen und zerfahrenen Gelände kurz vor der allerersten Abfahrt darüber gerätselt, ob das Teil an unseren Füßen diese Bedingungen überhaupt aushalten wird. Oh man, bei den ersten zehn Schwüngen habe ich echt befürchtet, dass ich den Rest des Trips im Krankenhaus verbringen werde. Doch mit jedem gelungenen Turn wurde das Gefühl immer besser und ich hatte ziemlich schnell Vertrauen in dieses Pinding ;-) Letzten Endes haben wir es in vier Wochen nicht einmal geschafft, eine Fehlauslösung hervorzurufen! Geschweige denn, irgendetwas an der PINDUNG® kaputt zu machen.

Stimmt, für den ersten Test ist das tatsächlich eine Ansage! Was denkst du, für wen ist die PINDUNG® gemacht?

Für jeden Skifahrer, der gerne Touren geht und auf eine astreine Performance in der Abfahrt Wert legt. Egal, ob er zweimal im Jahr auf Skitour geht und den Rest der Saison im Skigebiet verbringt, oder ob er das ganze Jahr über nur Touren macht. Die PINDUNG® ist eine Skibindung für alle Spielplätze im Schnee. Quasi die eierlegende Wollmilchsau, wie der Bambam sagen würde...

Nehmen wir mal an, du müsstest die PINDUNG® im Skigeschäft verkaufen. Wie würdest du das anstellen?

„Du willst einfach nur Spaß haben beim Skifahren und keine Kompromisse eingehen?! Dann hol’ dir die PINDUNG®!“ Die Kombination aus Performance und Sicherheit ist DAS Verkaufsargument! Ich war schon mit vielen Freunden unterwegs, die bei der Einfahrt in eine Steilwand dagestanden und gehofft haben, dass ihre Pin-Bindung bei der folgenden Abfahrt bitte, bitte zu bleibt. Ich habe stattdessen gehofft, dass meine Rahmenbindung nicht doch zu fest eingestellt ist und den Ski versteift, so dass er hinten raus diesen unberechenbaren Rebound bekommt und dich so unkontrolliert „rausspickt“. Diese unguten Gefühle und Gedanken wird es in Zukunft am Gipfel mit der PINDUNG® am Fuß nicht mehr geben. Außerdem kommst du dank des integrierten, rahmenlosen Pin-Systems im Aufstieg weniger fertig am Gipfel an und hast wiederum mehr Power für die Abfahrt.

Das macht Sinn. Was hälst du von „Pin Up Your Ride“? Alternative Vorschläge oder wie seid ihr eigentlich auf den Claim „Pin Up Your Ride“ gekommen?

„Pin Up Your Ride“ finde ich einen richtig gelungenen Slogan, bei dem ich allerdings nicht wirklich mitgewirkt habe! Ich hatte mal mit der Tolkien Idee aus Herr der Ringe gespielt, an welcher aber noch ordentlich gefeilt werden muss :-) „One Pin(ding) to rule them all“ Hehe!

„Nichts ist bewegender als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ – PINDUNG®. Ist dem noch was hinzuzufügen?

Nein! 

Und was treibst du im Sommer so?

Mit Bambam nach Neuseeland fahren und die PINDUNG 2.0 testen ;-)

 Hehe, danke für das sympathische Gespräch, Joi!

Und hier geht's zu Jois 5 songs for B.A.M.

Joi Hoffmann | action

Zurück

Wir verwenden Cookies Weiterlesen … Impressum